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HAMBURGISCHE NOTARKAMMER

Valerie Keilhau

Geschäftsführerin

Gustav-Mahler-Platz 1, 20354 Hamburg

Telefon: +49 (0)40 - 34 49 87

Telefax: +49 (0)40 - 35 52 14 50

E-Mail:bewerbungen@hamburgische-notarkammer.de

 

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Aktuelle Meldungen
  • Notartermin – auch ohne mich?

    Sie wollen bei einer Notarin oder einem Notar eine Wohnung erwerben, Ihr Haus verkaufen oder Anteile an einer GmbH übertragen? Damit eine unabhängige Beratung erfolgen und sämtliche Erklärungen rechtssicher notariell beurkundet werden können, sollten in der Regel alle Beteiligten persönlich bei der Beurkundung anwesend sein. Es gibt jedoch Situationen, wie eine Krankheit oder ein längerer Auslandsaufenthalt, die eine persönliche Wahrnehmung eines unaufschiebbaren Termins verhindern. Gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie kann im Ausnahmefall, um das Kontaktrisiko für Personen zu minimieren, die zu einer Risikogruppe zählen, eine rechtssichere Beurkundung auch ohne die persönliche Anwesenheit durchgeführt werden. (...)
    [Oktober 2020]
  • Trennung ohne Rosenkrieg – Wie funktioniert die einvernehmliche Scheidung?

    Jede dritte Ehe wird geschieden - mindestens sagt die Statistik. Trotzdem muss nicht jede Scheidung in einem Rosenkrieg enden. „Wenn beide Partner die Scheidung wollen, kann eine einvernehmliche Scheidung erfolgen“, weiß Sebastian Bong, Hauptgeschäftsführer der Hamburgischen Notarkammer. Voraussetzung für die Scheidung ist der Ablauf des Trennungsjahrs. Bei der einvernehmlichen Scheidung genügt es, wenn ein Ehegatte den Scheidungsantrag stellt und hierzu einen Rechtsanwalt beauftragt. Der andere Ehegatte muss der Scheidung dann nur zustimmen. (...)
    [September 2020]
  • Verkauf gegen Leibrente: Vorsicht!

    In den eigenen vier Wänden wohnen bleiben – und dabei am besten noch monatliche Einkünfte aus der Immobilie erzielen – das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Um sich diesen erfüllen zu können, locken Angebote, die das Versilbern des Familienheims gegen eine Leibrente bewerben. Das Konzept klingt auf den ersten Blick verlockend, vor allem für Alleinstehende oder Paare, die nicht an Angehörige zu denken haben: Das Haus verkaufen und mit einer monatlichen Rente unentgeltlich bis ans Lebensende in dem Haus wohnen. Das kann eine Lösung sein. Doch es ist Vorsicht geboten. Der Schritt will gut überlegt und gut umgesetzt sein. (...)
    [September 2020]
  • Wie gestaltet der Notar bei der Kaufpreisfinanzierung?

    Wer eine Immobilie erwirbt, benötigt meist ein Bankdarlehen. Die Bank ist zur Auszahlung des Darlehens aber nur bereit, wenn sie hierfür eine Sicherheit erhält. Steht als Sicherheit nur das Kaufgrundstück zur Verfügung, beißt sich die Katze in den Schwanz: Der Käufer möchte das Grundstück zwar bezahlen, kann das Grundstück aber nicht zugunsten der Bank belasten, da im Grundbuch noch der Verkäufer als Eigentümer eingetragen ist. Umgekehrt will der Verkäufer das Eigentum erst übertragen, wenn er den vollen Kaufpreis erhalten hat. (...)
    [Juli 2020]
  • Käufer trägt Maklerkosten nur noch bis zur Hälfte

    Ein neues Gesetz regelt bundesweit die Verteilung der Maklerkosten zwischen Verkäufer und Käufer von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern. (...)
    [Juni 2020]
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Interview mit der Hamburger Notarin Lisa M. Sönnichsen

1. Vor Ihrem Entschluss, sich um eine Notarassessorenstelle in Hamburg zu bewerben und Notarin zu werden, haben Sie als Rechtsanwältin in einer internationalen Großkanzlei gearbeitet. Warum haben Sie sich für den Berufswechsel entschieden?

Nachdem ich schon während meines Studiums und dem Referendariat in verschiedenen Großkanzleien gearbeitet hatte, stand für mich fest, beim Berufseinstieg das Jobangebot einer Großkanzlei anzunehmen. Ich fand die Vielseitigkeit der Aufgabenstellungen, die Arbeit in unterschiedlichen – häufig auch internationalen – Teams und die Mitwirkung an bedeutenden Transaktionen sehr spannend. Die Tätigkeit eines Notars habe ich damals, ohne es wirklich beurteilen zu können, als monoton und wenig reizvoll empfunden.

Mit höherer Seniorität – ich war insgesamt vier Jahre als Associate tätig – musste ich mich in der Kanzlei zunehmend spezialisieren, sodass mein Aufgabenspektrum kleiner wurde. Gleichzeitig schien die praktische Relevanz meiner Arbeitsprodukte bei vielen Tätigkeiten sehr gering. Mein Eindruck war, dass meine Gutachten und Stellungnahmen in vielen Fällen lediglich der Begrenzung von Haftungsrisiken dienten. Außerdem fehlten mir Perspektiven für meine Zukunft innerhalb der Kanzlei. Ungeachtet der Frage, ob ich das Zeug dafür gehabt hätte, Partnerin zu werden, vermisste ich weibliche Vorbilder innerhalb der Partnerschaft und attraktive Angebote, mittelfristig den Job und eine eigene Familie unter einen Hut zu bekommen.

Durch eine Verquickung von Zufällen bin ich zu dieser Zeit erneut auf die Notarstätigkeit aufmerksam geworden. Nachdem ich auf verschiedenen Transaktionen mit Notaren zusammengearbeitet hatte und dadurch bereits einen besseren Einblick in ihren Berufsalltag erlangen konnte, habe ich durch persönliche Gespräche mit zwei Notarinnen aus erster Hand berichtet bekommen, wie anspruchsvoll und abwechslungsreich die Arbeit eines Notars einerseits ist, andererseits aber auch familienverträglich gestaltet werden kann. Diese Eindrücke haben mich dazu bewogen, mich intensiv mit dem Berufsbild auseinanderzusetzen und schlussendlich – und zu meinem großen Glück erfolgreich – auf eine Notarassessorenstelle zu bewerben.>

 

2. Sie haben ein neues Notariat gegründet und sind als Einzelnotarin tätig. Wie managen Sie den Alltag mit Kind?

Mein beruflicher Alltag im Notariat lässt sich gut mit Kind bewältigen. Aufgrund meiner Selbstständigkeit trage ich viel Verantwortung, muss mich um viele verschiedene Themen kümmern und habe keinen Job, bei dem ich zu einer vorher festgelegten Uhrzeit ohne Weiteres den Stift fallen lassen kann. Das entsprach ehrlicherweise aber noch nie meiner Arbeitseinstellung und meinem Bedürfnis nach einer verantwortungsvollen und ausfüllenden Tätigkeit. Die Selbstständigkeit gibt mir im Gegenzug dazu auch die Möglichkeit, auf private Termine Rücksicht zu nehmen. So bin ich morgens beispielsweise regelmäßig erst gegen 9.30 Uhr im Büro, sodass ich in Ruhe mit meiner Tochter in den Tag starten und sie in die Kita bringen kann. Zudem ist das Notariat am Donnerstagnachmittag geschlossen, sodass ich mindestens einen freien Nachmittag in der Woche mit unserer Tochter genießen kann. Je nach Auslastung meines Terminkalenders nehme ich mir gern die Freiheit, abends früher Schluss zu machen oder von vornherein Termine für Privates zu blockieren. Meine Kolleginnen, die ich sehr schätze und auf die ich mich vollständig verlassen kann, halten mir dann im Notariat den Rücken frei und ich erledige die noch anstehende Arbeit abends von zuhause aus, wenn unsere Tochter schläft.

Da mein Mann berufsbedingt den Großteil der Woche nicht in Hamburg ist, beschäftigen wir eine Kinderfrau in Teilzeit. Zudem verbringt unsere Tochter regelmäßig Zeit mit ihrer Großmutter. So können wir sicherstellen, dass die Kleine nicht meine Arbeitszeiten in der Kita spiegeln muss und sind flexibel, wenn ich Abendtermine habe oder unsere Tochter krankheitsbedingt nicht in die Kita kann. Freitags freut sich dann mein Mann, den Nachmittag mit unserer Tochter zu verbringen.

Alles in allem bedarf es also etwas Organisation und Planung, um meine Tätigkeit als Notarin, die Abwesenheit meines Mannes und das Leben mit Kind unproblematisch unter einen Hut zu bekommen. Insoweit geht es uns aber ähnlich wie anderen berufstätigen Eltern. Die Möglichkeit, individuelle Freiräume zu schaffen und mich nicht gegenüber einem Arbeitgeber oder einem Sozius rechtfertigen zu müssen, empfinde ich dabei allerdings als ein großes Privileg.

 

3. Was möchten Sie Bewerberinnen und Bewerbern, die sich für eine Notartätigkeit interessieren, auf den Weg geben?

Trauen Sie sich und bewerben sich! Das Anforderungsprofil der Stellenausschreibung für Notarassessoren mag einschüchternd wirken. Zudem haben Sie eventuell bislang eine berufliche Selbstständigkeit – sei es in Form eines Einzelnotariats, sei es in Form einer Sozietät – für sich ausgeschlossen. Beide Aspekte können insbesondere Frauen davon abhalten, sich zu bewerben. Ich kann Sie nur ermuntern, sich nicht abschrecken zu lassen.

Es ist ein weibliches Phänomen, bei Anforderungsprofilen und neuen Aufgabenstellungen in erster Linie Ausschlusskriterien zu finden, nicht aber Entwicklungspotenziale zu sehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer mir die Entscheidung gefallen ist, ein eigenes Notariat zu gründen. Wie häufig habe ich darüber nachgedacht, was alles schief gehen kann und wo meine Schwächen und Defizite sind.

Zahlreiche Gespräche mit meinem Mann, Freunden und Kollegen, die meinen beruflichen Werdegang begleitet haben, haben mich dann letztlich dazu bewogen, mich auf meine Stärken zu konzentrieren und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Mir hätte nichts Besseres passieren können. Ich genieße die Gestaltungsmöglichkeiten der Selbstständigkeit sehr und habe den Schritt bis heute nicht bereut.

Die Hamburgische Notarkammer begrüßt es ausdrücklich, wenn sich der Anteil von Frauen im Notarberuf weiter erhöht. Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Sönnichsen auch gerne persönlich zur Verfügung. Hierfür bitten wir um eine kurze Nachricht an bewerbung@hamburgische-notarkammer.de und stellen sodann gerne den Kontakt her.